Regine Cornelius
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Regine Cornelius hatte während ihrer Schulzeit in Eutin Unterricht bei dem Maler Oskar Kehr-Steiner, der auch Lehrer von Paul Wunderlich war. Nach dem Abitur studierte sie an der Louisiana State University Englische Literatur und Kunst mit dem Abschluss des „Bachelor of Arts“.
In Freiburg setzte sie ihr Studium fort und wechselte dann an die Pädagogische Hochschule Kiel, wo sie im Fach Kunst von Prof. Heinig fortgebildet wurde.
Seit dem Examen war sie Grund- und Hauptschullehrerin.
Ihre Bilder entstanden hauptsächlich in Heide und während der Ferien in Italien und wurden auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u.a. in Baton Rouge/USA, Freiburg, Hammelev/Dänemark, Anklam, Horst-Elmshorn, Heide, Meldorf, Delve, Brunsbüttel, Büsum und Glückstadt.
Hinter den Kulissen
Zu dem Blick hinter die Kulissen einer Ausstellung gehören auch Aufbau und Hängung. Dieser Blick kann unter Umständen interessanter und unterhaltsamer sein als die Ausstellung selbst. Wenn mehrere ausstellende Künstler sich am Aufbau beteiligen, kann es durchaus zu psychologisch und diplomatisch schwierigen Situationen kommen. Um das zu vermeiden, haben wir (der Kunstverein Heide) es so organisiert, dass meistens von zwei eingeladenen Künstlern der eine Bilder ausstellt, der andere Skulpturen, sodass jeder sein „Revier“ hat. Bei Sammelausstellungen gibt es ein unabhängiges Team, das die Verteilung und Hängung der eingelieferten Arbeiten vornimmt.
Zu den Auflagen für die Beteiligung an einer Ausstellung gehört, dass z.B. Bilder „hängefertig“ angeliefert werden. Für alle Fälle hat Dirk-Uwe Becker immer sein Handwerksköfferchen dabei, und einmal konnte ich beobachten, dass bei mehreren abgelieferten Bildern die Hängevorrichtung vollkommen fehlte, und er sie mühevoll herstellen musste. Skulpturen sind oft so schwer, dass mehrere Helfer sie an ihren Platz bringen müssen. Einmal benötigte eine Bildhauerin die Stelen, die in der Museumsinsel vorrätig waren, für ihre Arbeiten. Sie mussten aber frisch weiß getüncht werden. An dieser Arbeit hatte ich mich beteiligt. Die Bildhauerin hatte ihren kleinen Hund mitgebracht, der plötzlich ein nicht enden wollendes, schrilles Bellen begann. Sie war nicht dazu bereit, den Hund vorübergehend in ihr Auto zu setzen. Mir fiel auf, dass der Hund Interesse an der Ecke des Raumes hatte, da wo die Stühle gestapelt wurden. Ich forschte dort nach und entdeckte eine kleine Katze, die sich dort versteckt hatte, wahrscheinlich der benachbarten Tierärztin gehörend. Es gelang mir, sie durch die offene Balkontür zu verscheuchen, und der Hund beruhigte sich wieder.
Was ist Kunst?
An der Beantwortung dieser Frage haben sich schon sehr viele Menschen versucht, und viele bemühen sich weiterhin darum. Eine Definition ist schon deshalb nicht möglich, weil „Kunst“ einem ständigen Wandel unterliegt, zu dem auch Modetrends gehören. Wenn man nicht weiß, was eigentlich „Kunst“ ist, kann man auch nicht wissen, wer ein(e) Künstler/in ist. Daher wird diese Bezeichnung etwas inflationär verwendet, wie auch hier bei uns. Nicht jede(r) Künstler(in) möchte mit jedem(r) ausstellen, auch nicht an jeder Ausstellung teilnehmen. Es gilt, ein vermeintliches Image zu wahren, oder eines zu erwerben. Wichtig ist, dass die „Vita“, der berufliche Lebenslauf, möglichst viele Daten für Einzelausstellungen enthält, Ausstellungen im Ausland machen sich besonders gut. ………Es lebe die Kunst!
Das Materielle
Es gibt den schönen Begriff „freischaffend“, aber ich glaube, dass doch die meisten Künstler die Freiheit scheuen müssen und zumindest teilweise einem „Brotberuf“ nachgehen müssen- oder nachgegangen sind. Der Kunstverein bekommt regelmäßig Bewerbungen von Künstlern bundesweit, und der Vorstand muss dann natürlich eine Auswahl treffen. Unser Ausstellungsraum ist ja die Museumsinsel, und dafür müssen sich die angebotenen Arbeiten eignen. Die sog. „Vita“ der Künstler (Ausbildung und Ausstellungen) spielt bei unserer Entscheidung kaum eine Rolle. Wir bemühen uns natürlich darum, möglichst auch Künstler aus unserer Region auszuwählen. Die meisten Galerien verlangen beim Verkauf einer Arbeit mindestens 40% Anteil am Verkaufserlös. Das ist bei uns anders, weil wir das Prädikat „gemeinnützig“ führen. Wir bekommen keinen Anteil vom Erlös. Statt „Waidmannsheil“ oder „Gut Fang“ wünschen Künstler einander manchmal bei Beginn einer Ausstellung „Viele rote Punkte“. Das sind die kleinen, roten, kreisrunden Aufkleber, mit denen verkaufte Werke versehen werden. Es gibt das Gerücht, dass Künstler manchmal schon zu Anfang eine oder mehrere Arbeiten mit roten Punkten versehen, als Kaufanregung für das Publikum. Eine für die Künstler schwierige Frage ist die Festlegung des Preises: Ist der Preis sehr niedrig, könnte er zum Kauf verlocken, prestigemäßig könnte er sich aber nachteilig auswirken. Ist der Preis sehr hoch, könnte er zu verwundertem Kopfschütteln veranlassen, evtl. aber auch zu Anerkennung. Dann glaubt der Betrachter, dass der Künstler es sich „schon“ leisten kann, so hohe Summen zu verlangen. Häufig ist unser Publikum leider so wenig kauflustig, dass es passieren kann, dass Künstler ihre Werke von weither (z.B. Bayern) zu uns transportieren und erfolglos wieder zurückfahren müssen, Aber unser schöner Ausstellungsraum bereitet immer Freude.