Zwei Geschichten, zwei Grenzräume, zwei Gewissens-konflikte – sie kreisen um die Fragen nach Moral und Menschlichkeit, um den Mut, Verantwortung zu überneh-men, wo äußere Bedrohung das Innere prüft.
Immer wieder richtet Siegfried Lenz den Blick auf den Einzelnen im Spannungsfeld von Zwang und Gewissen:
Mit »Es waren Habichte in der Luft« etablierte sich Siegfried Lenz 1951 als neue Stimme der deutschen Nachkriegs-literatur. Die Kritik war sich einig: hier kündigt sich ein Erzähler an, der eine eigene Sprache spricht, eindrucksvoll und unverwechselbar. Die Geschichte des finnischen Dorf-schullehrers Stenka, der vor der Revolutionsregierung flieht, erzählt von Überwachung, Anpassung und dem Mut zum Widerstand – ein Thema, das Lenz zeitlebens beschäftigte.
Auch »Das Feuerschiff« stellt die Frage nach moralischem Handeln in Momenten höchster Gefahr. In der klaustro-phobischen Enge eines fast außer Dienst gestellten Schiffes erschüttert eine Bedrohung von außen die innere Ordnung:
Pflicht, Gehorsam und Gewissen geraten in Konflikt.
Feridun Zaimoglu zählt beide Texte zu seinen Lieblings-werken. In Lesung und Gespräch stellt er sie vor, inter-pretiert sie mit eigener Stimme und spricht über seine Faszination für Lenz sowie die ungebrochene Aktualität seines Werks.
Moderation: Friederike Moldenhauer
Der Eintritt beträgt an der Abendkasse 13,– Euro (ermäßigt 8,– Euro). Im Vorverkauf kosten die Karten 12,– Euro (ermäßigt 7,– Euro) und sind erhältlich im Peter Panter-Buchladen, Zingelstr. 12 in Meldorf (Tel.: 04832-4104).